Die Kommission für Lehre und Studium ist ein Ausschuss des Akademischen Senats und befasst sich mit der Organisation von Studiengängen. So werden hier z.B. Evaluationen durchgeführt, Studienordnungen überarbeitet und beschlossen sowie neue Studiengänge eingeführt. Nähere Informationen findet Ihr auf der Seite “Gremien”.
Für die Liberale Hochschulgruppe sitzt Mira Fehr in der Kommision für Lehre und Studium. Vertreten wird sie zeitweise von Anna Dietrich. Sie berichten über die aktuellen Diskussionen und Entscheidungen der LSK.
Sitzung der LSK vom 12.04.2010
Die erfreulichste Nachricht gleich vorneweg: In der heutigen LSK-Sitzung wurde beschlossen, an den AS die Empfehlung zu richten, die Anwesenheitskontrollen komplett abzuschaffen und durch eine Selbsterklärung der Studierenden zu ersetzen! Nach einer langen und zähen Diskussion gelang es den anwesenden Studenten diese Forderung durchzusetzen. Natürlich hat die LSK nur beratenden Charakter, es bleibt also zu hoffen, dass der AS von unserer Maximalforderung möglichst viel übrig lässt.
Weiterhin befasste sich die LSK zunächst mit den Musterordnungen, welche immer noch von der Rechtsstelle geprüft werden. Anscheinend gibt es etliche Passagen, die auf der nächsten Sitzung noch einmal grundlegend überarbeitet werden müssen.
Weiterhin wurde berichtet, dass in den Jahren 2010- 2012 rund 1200 neue Studienplätze, vor allem in den Geisteswissenschaften zur Verfügung stehen werden. Thematisiert wurde ebenfalls der Beitrag der HU zur kommenden Exzellenzinitiative, etwas Konkretes ist aber noch nicht in Aussicht.
Sitzung der LSK vom 07.12.2009
Ein weiteres Treffen, aber dieselben Themen wie immer: Als am 07.12.2009 in gewohntem 3-Wochen-Turnus die LSK erneut unter der Beteiligung eines Vertreters der LHG tagte, standen die üblichen Punkte auf der Tagesordnung: Emotionen, Diskussionen, Frustration. Nachdem sich schon beim letzten Mal weder die Studierenden noch die Professoren lausen ließen, sich gegenseitig der „Respektlosigkeit“ und „Frechheit“ zu bezichtigen, fand dieses Mal die Diskussion mit der Beendigung der aktiven Mitarbeit eines studentischen LSK-Mitglieds ihren Höhepunkt. Zwar wird der Studierende der LSK weiter beiwohnen, dies allerdings nur noch physisch, d.h. ohne große Vorbereitung. Als Gründe wurden die Langwierigkeit der Beratungen, die Nichtbeachtung der studentischen Argumente bei den letztendlichen Entscheidungen im Akademischen Senat sowie das ledigliche „Durchwinken“ mangelhafter bis schlechter Studienordnungen aus „Zeitgründen“ angeführt.
Letzteres Argument bezieht sich vor allem auf das aktuelle Beispiel der Änderung der Studien- und Prüfungsordnungen für die Wirtschaftswissenschaften, über die bei der letzten Sitzung ausgiebig und äußert emotional beraten wurde. Die Begründung „Zeitmangel“ greift nur ein lang gespieltes Lied zum tausendsten Mal auf, denn auf studentischer Seite herrscht schon seit langem zunehmende Frustration über die LSK, während andere versuchen, kleine Erfolge zu überhöhen. Beispielhaft hierfür sei das Lob an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät genannt, als diese nun eine Studienordnunung vorlegte, die insgesamt eine einzige Klausur weniger vorsah als die alte Ordnung. Während diese Entwicklung auf professoraler Seite als Schritt in die richtige Richtung bejubelt wurde, waren die Studierenden empört darüber, dass eigentlich nur aus zwei Klausuren eine mit doppelter Länge gemacht wurde.
Ähnlich emotional ging die Diskussion weiter, als der von studentischer Seite eingereichte, neue Antrag für die Neuregelung der Anwesenheitskontrollen in der ASSP (Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten) besprochen werden sollte. Dieser schlägt vor, dass die Anwesenheitspflicht in Veranstaltungen nicht durch Anwesenheitslisten, sondern durch das Ablegen der Modulabschlussprüfungen sowie die studentische Selbsterklärung auf der Studienbuchseite bestätigt wird. In der Tat ist dieser Sachverhalt sehr ambivalent zu betrachten: Gilt die Anwesenheit nur dann als bestätigt, wenn die Modulabschlussprüfung auch bestanden wurde? Wie verfährt man mit der Vergabe der Studienpunkte, die auf Zeit berechnet sind, wenn die Studierenden nicht an den Präsenzveranstaltungen teilnehmen? Diese und weitere Fragen bedürfen weiterer Diskussionen und konkreter Formulierungen in der ASSP. Hier ist die LSK zwar sehr kontrovers eingestellt (die professorale Seite ist mehrheitlich für Anwesenheitskontrollen durch Listen, während die Studierenden sich auf die „lockere“ Regelung bei den alten Studiengängen berufen, bei denen die Studierenden schließlich auch erfolgreich ihre Leistungen erbracht haben), doch sind die Diskussionen fruchtbar und eine gut durchdachte Regelung ist wahrscheinlich. Mit hoher Regelmäßigkeit verdrängt dieses Thema aber andere Tagesordnungspunkte von der Liste, da es sehr zeitintensiv ist.
Einen weiteren, großen Zeitblock nahm ein Anliegen von Herrn van Buer in Anspruch, der ehemals Mitglied der „Kommission für Lehrerbildung“ war, die sich erst kürzlich aufgrund von mangelhafter Einflussmöglichkeiten auflöste. Basierend auf einer aktuellen Studie erläuterte Buer, dass die Lehramtstudierenden an der HU lediglich „geduldet“, keinesfalls aber angemessen betreut würden. So habe sich aufgrund mangelnder Kapazitäten, überfüllter Curricula und einer schlechten Studienstruktur ein „homo oeconomicus“ herausgebildet, der nicht mehr studiert, sondern lediglich Punkte sammelt – im Rahmen einer Studiensituation, die einem „mittleren Disaster“ gleiche. Deshalb fordert Buer neben der Überarbeitung der Lehramtsstudiengänge die Errichtung eines „Lehrerbildungszentrums“ neben dem „Servicezentrum Lehramt“, da letzteres derzeit mit den Anliegen der Studierenden überfordert sei. Unterstützend fügte Fr. Dr. Klinzing hinzu, dass innerhalb Berlins die HU zum Zentrum für Lehrerbildung erklärt wurde. Die LSK solle nun entscheiden, ob lediglich ein neuer Vorstand für die GKL gefunden oder sie eine neue Struktur erhalten soll, respektive wie mit diesem Problem weiter verfahren wird. Dabei sei der enge finanzielle Rahmen der Humboldt-Universität zu beachten.
Sitzung der LSK vom 16.11.2009
Mal wieder wurde über die Abschaffung der Anwesenheitskontrolle diskutiert. Von studentischer Seite wurde ein Antrag eingereicht, der die Abschaffung von Anwesenheitskontrollen bei Veranstaltungen fordert, die am Ende Teile einer Modulabschlussprüfung bilden. Die Diskussion war zwiegespalten: vor allem von professorischer Seite wurden Gegenargumente angeführt, die schwerpunktmäßig die Verbindung der Kontrollen mit der Anwesenheitspflicht, die durch die ECTS-Punktevergabe für die bloße Teilnahme an Veranstaltungen beinhalteten. Solange die Teilnahme an einer Veranstaltung in der Studien- und Prüfungsordnung verpflichtend ist, sei auch gegen eine Kontrolle nichts einzuwenden. Die Studierenden wiesen hingegen auf die Selbstverantwortung der ehemaligen Magisterstudierenden hin, die schließlich auch einen Abschluss erhalten haben, obwohl sie die Teilnahme an Veranstaltungen lediglich mit einem Eintrag auf ihrer Studienbuchseite selbst bestätigten. Außerdem haben auch alle im Gremium sitzenden Professoren die Freiheiten fernab von Kontrollen, wie sie selbst in der Schule nicht vorkommen, genossen. Schließlich wurde die Abstimmung, wie so oft vertagt, da davon ausgegangen wird, dass im Zuge der Entwicklung einer „ASSP“ (Allgemeinen Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten) dieses Thema grundlegend geregelt werde.
Ein weiterer Themenblock bildete die Verabschiedung einer überarbeiteten Bachelor Studien- und Prüfungsordnung für VWL und BWL. Während von professorischer Seite der Fortschritt gelobt wurde, kritisierten die Studierenden die Verantwortlichen hart: Im Mittelpunkt stand hierbei die Abschaffung der Maluspunkteregelung, die schon im Februar 2008, also vor eineinhalb Jahren, beschlossen wurde, jetzt aber erst Einfluss in der Studienordnung findet. Hinzu kam, dass der Beschluss der neuen Ordnung jetzt „eile“, damit die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften schnell von den Neuregelungen profitieren. Diese Forderung kollidiert jedoch mit den Ansprüchen vor allem der Studierenden, denen primär die Entschlackung der Studienordnung, die Reduzierung des Workloads sowie die Abschaffung von Modulteilprüfungen in der neuen Studienordnung noch fehlen. Die Vermutung, dass mit Beschluss dieser, aus studentischer Sicht provisorischen Studienordnung, die Arbeiten an Verbesserungen zurückgestellt würden, konnten auch mit dem Versprechen der Zuständigen, dass weitergearbeitet wird nicht beseitigt werden, sodass die Abstimmung ein unentschiedenes Ergebnis zur Folge hatte.
Anschließend wurde weiter an der Entwicklung der ASSP gearbeitet.
Anne Dietrich i. Vertretung f. Mira Fehr
Sitzung der LSK vom 06.04.2009
Es wird die Verlängerung des Internationalen Masterstudiengangs Rural Development beschlossen, nicht aber die Studienordnung, da die nötige Zweidrittelmehrheit fehlt. Dieser Antrag wird weiterverwiesen in den Akademischen Senat.
Es wird über die Einführung eines Bachelor- bzw. Masterstudiengangs für das Fach Chemie beraten. Hierbei soll der Master der angestrebte Berufsabschluss sein, da der Bachelor keine realistischen Berufsaussichten biete. Diese Formulierung soll nocheinmal überarbeitet werden und etwas optimistischer klingen: der Bachelor eröffne gegenwärtig noch geringe Betätigungsfelder im Umfeld der chemischen Industrie. Es sei jedoch zu erwarten, dass sich in absehbarer Zeit neue Berufsfelder für Bachelorabsolventen eröffnen werden. Für die Zulassung zum Masterstudiengang sollen Bewerbungsgespräche durchgeführt werden. Die Einrichtung der Studiengänge wird empfohlen.
Bei der AG “ASSP” (Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsordnungen) besteht Uneinigkeit über die Richtlinien zur Neuformulierung. Soll die ASSP wenige, klare Regeln enthalten und auch spezifische Sanktionen vorsehen oder vielmehr eine besserer Unterstützung und Orientierung für Studierende bieten? Diese Fragen müssen noch im Diskurs geklärt werden.
Es wird über die Einführung einer Orientierungsphase beraten. Diese wäre z.B. in Form eines Schnupperstudiums für Schüler denkbar, solle jedoch nicht die Studieneingangsphase ersetzen. Die LHG würde die Einführung einer Orientierungsphase vor dem Studienbeginn begrüßen, um für neue Studenten die erste Zeit an der Uni und das Einleben angenehmer zu gestalten. Genaueres wurde allerdings noch nicht beschlossen. Weiterhin wird über die generelle Einführung von Probeklausuren diskutiert. Die LSK kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass Probeklausuren keine Pflicht sondern vielmehr ein sinnvolles zusätzliches Angebot für Studierende zur Prüfungsvorbereitung darstellen sollten.
Sitzung der LSK vom 16.03.2009
Das neue Vergabesystem für Studienplätze nimmt etwas konkretere Gestalt an: Zur Vermeidung einer hohen Anzahl von Mehrfachbewerbungen und daraus folgenden Verzögerungen wird eine Kombination der Zulassungsverfahren mehrerer Hochschulen angestrebt. Nicht vergebenen Plätze sollen in einem Losverfahren vergeben werden. Die „Hamburger Initiative“ hat hierfür als gemeinsamen Bewerbungsschluss den 15. Juli vereinbart. Innerhalb einer Woche findet das Zulassungsverfahren statt und danach verbliebene freie Plätze werden online veröffentlicht.
Es wird über aktuelle Veranstaltungen der Studienberatung informiert. Themen sind unter anderem: „Prüfungsangst – mit Selbstvertrauen duchs Studium“, „Studienprobleme?“, „Studieninformationswoche“ und weitere.
Dem AS wird die Weiterführung der Bachelor- und Masterstudiengänge der Philosophischen Fakultät II empfohlen.
Sitzung der LSK vom 23.02.2009
Die AG „ASSP“ (Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsordnungen) hat ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist eine Überarbeitung der ASSP, die Kriterien hierfür sollen in der AG erarbeitet werden.
Prof. Nagel berichtet von der Neuregelung der Zulassung zum Wintersemester 2009/10. Um das Chaos der vergangenen Semester und einen hohen bürokratischen Aufwand zu vermeiden, nimmt die HU gemeinsam mit 15 anderen Universitäten an einem verbesserten Verfahren der Studienplatzvergabe teil. Zulassungsbescheide sollen gleichzeitig versandt werden, sodass eine früzeitige Immatrikulation möglich ist und freie Plätze rechtzeitig im Losverfahren vergeben werden können. Eine Übersicht freier Plätze soll hierfür online veröffentlicht werden.
Das Career Center wird als Teil der Berufsfeldqualifikation vorgestellt. Ziel ist die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen. Es finden ca. 40 bis 50 Veranstaltungen pro Semester statt für die Studienpunkte vergeben werden. Auf Grund der hohen Nachfrage und der Finanzierung über Drittmittel sind leider nicht genug Plätze für alle interessierten Studenten vorhanden. Für dieses Problem wird hoffentlich zeitnah eine Lösung gefunden werden.
Die Vorbereitung des Studienangebots für das Akademische Jahr 2009/10 wird vorgelegt und dem AS zur Beschlussfassung empfohlen. Da die Nachfrage für Zweitfächer teilweise sehr groß, soll das Angebot zukünftig verbessert werden.
Die Änderung der Prüfungsordnung für das Bachelorstudium der Grundschulpädagogik wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Nun kann die Bachelorarbeit früher beantragt werden.
Die Einrichtung der Bachelor- und Masterstudiengänge Mathematik und Psychologie wird beschlossen.
Die Einführung eines Bachelorstudiengangs sowie eines Masterstudiengangs Informatik wird beschlossen und die Ordnung angenommen. Es soll die Möglichkeit bestehen, Leistungen aus dem Bachelor in die Master in Form eines forschungsorientierten Moduls einzubringen. An dieser Stelle möchte ich auf die Kritik einer Gruppe von Informatikstudenten (Minderheitenvotum der studentischen Vertreter des Institutsrats) hinweisen, die die Art und Weise der Einrichtung der Studiengänge als zu wenig transparent und zu undemokratisch und deren Ordnung als nicht konkurrenzfähig ansehen.
Die Einrichtung des Bachelorstudiums Rehabilitationspädagogik sowie die neue Studien- und Prüfungsordnung werden beschlossen.
Dem AS wird die Einrichtung eines Masterstudiums der klassischen Archäologie empfohlen.
Das Konjunkturprogramm soll für die Einrichtung eines Informationszentrums genutzt werden. Durch die Bündelung von Serviceleistungen im Hauptgebäude soll der Verwaltungsaufwand reduziert und der Service für Studenten verbessert werden.
